Ich bin ein großer Radsportfan. Ja, ich weiß, was überall zu lesen ist über Doping und Betrug. Aber ich habe nie geglaubt, dass alle Radsportler clean sind. Ich habe auch nie geglaubt, dass Siemens keine Schmiergelder bezahlt. Insofern ist mein persönliches Entsetzen überschaubar.
Allerdings bin ich mehrere Jahre als Zuschauer und inoffizieller Vorausradler bei der Tour de France gewesen. Dabei habe ich einige der großen, bekannten Tourberge erklommen: Alpe d’Huez, Tourmalet, Galibier und Mont Ventoux - und ein paar kleinere, die ich nicht mehr alle weiß.
Natürlich waren meine Kletterzeiten mies, ich bin weder besonders talentiert noch gut trainiert. Trotzdem, oder gerade deswegen, kann ich gut einschätzen, was die Profis für Leistungen erbringen - und zwar egal, ob sie gedopt sind oder nicht!
Damit möchte ich nicht Doping gutheißen. Um Gottes Willen! Aber ich wünsche mir, dass das Thema mit etwas weniger Aufgeregtheit aufgegriffen wird. Die Dopingfälle in der Leichtathletik sind ja ebenfalls bereits Legion - aber niemand kommt auf die Idee, die Leichtathletik aus dem olympischen Programm zu streichen. Etwas mehr Ausgeglichenheit täte der Berichterstattung schon hin und wieder ganz gut. Und richtig schlimm wird’s, wenn sich die Politik einmischt.
Aber genug geschimpft. Ich möchte hier hin und wieder über die schönen Seiten des Radsports schreiben. Über das, was bei den Profis passiert ebenso wie über meine eigenen Touren und Klettereien.
Viel Spaß!